Ist das jetzt eigentlich Dienstleistungskultur live oder was? Früher fand ich es ja echt ganz nett, wenn einem ein Kellner o. ä. zum Abschied “Schönen Abend noch” oder ähnliches wünschte. Aber mittlerweile nimmt das echt überhand: Was soll bitte ein “schönen Abend noch”, wenn man als Werktätiger wochentags noch zwei Stunden in einer Kneipe war und sich dann kurz nach Tagesthemen-Zeit auf den Weg nach Haus macht? Klingt in meinen Ohren mehr als höhnisch. Ethymologen bitte aufgemerkt: Ist das wohl ein Amerikanismus oder von Dienstleistungscoaches eingetrichtert (den gleichen, die Bäckerbedienstete zwingen, “Darf’s auch ein Getränk sein?” zu fragen)?
Apropos Bäcker: In die Schönen-Abend-noch-Kategorie gehören für mich auch Bäcker, die einem beim Brötchenkauf auf dem Weg zur Frühschicht “Viel Spaß noch” entgegengrinsen oder gar Taxizentralenschnallen, von denen du kurz nach Mitternacht höhnisch “Guten Morgen” zu hören bekommst.
Unübertroffen bleibt aber die Servicekraft in einem Elektronikfachgeschäft, die dem Kunden neben mir ein “Viel Spaß damit!” auf den Weg gab.
Der Mann hatte ein Bügeleisen erworben.
July 16th, 2007 at 8:27
Ja! Schlimm, das!
Es gibt die Kellnernummer auch in zynisch:
Am Nebentisch ein Trennungsgespräch. Beide heulen und beschließen, sich nicht mehr zu sehen. Als sie bezahlen, wünscht die Servicekraft from hell “einen schönen Abend noch, Euch beiden!”.
Darf man die hauen?
PS
Wobei ich nie verstanden habe, warum man Beziehungen in der Kneipe beenden muss…