Ins Gesagte fügt sich, daß Europas kommender Stern eben nicht »Dichten« oder »Librettieren« heißt, nicht »Komponieren« oder »Aquarellieren«, sondern buchstäblich wie eine der drei conditiones humanae sine qua non: Atmen, Trinken, Essen. Solcher Mut ist in Europa einzigartig. Eine italienische Stadt Mangiare existiert nicht; Frankreich hat kein Viertel namens Manger-Devenir, der österreichische Ski-Ort Trinken-Sein ist nicht bekannt; aber: Essen-Werden!

So schwärmt TITANIC Fachmann Thomas Gsellas ultimative Lobhudelei im Fachblatt Titanic und fährt formvollendet fort:

Kulturhauptstadt Europas: Zum Glück ist da immer auch Architektur von Belang, und hier vermag denn Essen wahrhaft aufzutrumpfen. Sei es das wehmütig stimmende Flair eines mittelalterlichen Stadtkerns, die Giebel der Renaissance, die lüsterne Verspielt-heit des Barock und strenge Imposanz der Gotik; seien es die Biedermeier- und Gründerzeitfassaden, deren Ornamente die Verbrechen feiern, die sie zu kaschieren suchten: wohl keine Stadt ist in Europa, welche die Epochen kontinentaler Kultur gleichvehement ignoriert, ja totschweigt.

Essen, die Einkaufsstadt, deren kraftvoller Claim nur noch von jenem der Stadt mit den glücklichsten Menschen Deutschlands übertroffen wird, unvergeßlich für jeden Bahnpassagier zwischen Bremen und Ruhristan. Gewiß: Osnabrück ist’s, Zentrum im Osnabrücker Land!