denkmal


denkmal | fotos | leidkultur | politricks | signs o' the times09 May 2008

Die Busse laden ihre Touristen aus, nebenan werden Orginal Berliner Curry Wurst und die diversen berlinisierten Einwanderspezialitäten angeboten. Die öffentlichen Toiletten sind kameraüberwacht, im Souvenirladen darf man dafür selbst nicht fotografieren.

Mein erster Eindruck vom Holocaust-Mahnmal: Gut, dass es mitten in der Stadt steht und auch einfach so zugänglich ist, ohne dass man in den Info-Bereich im Inneren steigen muss (Warteschlange). Gelungen, wie uneben die Wege im Stelenfeld verlaufen und die Stadt am Rand verschwindet.

Benutzerordnung für das Stelenfeld | @ noweblog

Aber dass man im Stelenfeld so gar keinen Eindruck davon bekommt, an was es erinnert – fraglich. Wer hier besoffen aus dem Bus fällt, könnte sich hinter nur noch an eine architektonische Seltsamkeit erinnern. Der oder andere visuelle Anker, der einen ins Innere zieht, fehlt.

denkmal | mehdorn mayhem09 May 2008

Freitagabend in der Bahn, offenbar angespannt Nerven. Zweimal erlebe ich, wie selbsternannte Kontrolleure Mitfahrer von Bahn-Comfort-Sitzen vertreiben wollen. Kommt selten vor – immer sind es Männer.

denkmal06 Oct 2005

Fuck Fotohandys, geht auch so: Gefühlte zwanzig Grad Anfang Oktober. Sonne in der Nord-Stadt, zwei Augenblicke:

Büroneubaukulisse, ein Bank, verträumte Rentnerin mit geschlossenen Augen, den Kopf der Sonne entgegen geneigt, neben sich, warum auch immer, ein Eimer.

Ein paar Meter weiter: Sie liegt mit ausgestreckten Armen auf der Wiese, auch die Augen zu. Neben ihr im Schatten der Kinderwagen. Es kompletttiert die Dreicombo, wiederum ein paart Schritte weiter. Der Hund, groß, schwarz und triefnaß.

americana | denkmal | leidkultur | style18 Aug 2005

Ist das jetzt eigentlich Dienstleistungskultur live oder was? Früher fand ich es ja echt ganz nett, wenn einem ein Kellner o. ä. zum Abschied “Schönen Abend noch” oder ähnliches wünschte. Aber mittlerweile nimmt das echt überhand: Was soll bitte ein “schönen Abend noch”, wenn man als Werktätiger wochentags noch zwei Stunden in einer Kneipe war und sich dann kurz nach Tagesthemen-Zeit auf den Weg nach Haus macht? Klingt in meinen Ohren mehr als höhnisch. Ethymologen bitte aufgemerkt: Ist das wohl ein Amerikanismus oder von Dienstleistungscoaches eingetrichtert (den gleichen, die Bäckerbedienstete zwingen, “Darf’s auch ein Getränk sein?” zu fragen)?
Apropos Bäcker: In die Schönen-Abend-noch-Kategorie gehören für mich auch Bäcker, die einem beim Brötchenkauf auf dem Weg zur Frühschicht “Viel Spaß noch” entgegengrinsen oder gar Taxizentralenschnallen, von denen du kurz nach Mitternacht höhnisch “Guten Morgen” zu hören bekommst.
Unübertroffen bleibt aber die Servicekraft in einem Elektronikfachgeschäft, die dem Kunden neben mir ein “Viel Spaß damit!” auf den Weg gab.
Der Mann hatte ein Bügeleisen erworben.