mehdorn mayhem


fotos | leidkultur | mehdorn mayhem | wirrwarr08 Mar 2009

Ausgerechnet an Weiberfastnacht und Rosenmontag in Köln umzusteigen, war schon mutig. Vollends strange wurde die Situation dadurch, dass ich ausgerechnet einen unangetasteten Träger Bier mit mir herumtragen musste.

Verstauen des karnevalistischen Arbeitsgeräts

leidkultur | mehdorn mayhem | wirrwarr04 Dec 2008

Alltagsbeobachtungen, einmal mehr.

In der Fußgängerzone, Rentner zur Ehefrau: “Gold An- und Verkauf, Da kannze … wenn ich mal kapoot jeh, kannze da meine Goldzähne hinbringen.”

Im modernen Kaffeeausschankbetrieb, Bedienung zur Kollegin: “Einmal Cap, einmal LaMa.”

Im ICE: Ein Vielreisender, der der Laptop-Dame gegenüber gekonnt den Trick zum Anschalten der Steckdosenleiste (mit Stift von unten in ein Loch prokeln). Ein dicklicher Typ, der gleichzeitig zwei Netbooks vor sich hat, mit dem einen irgendwelche Daten eingibt und auf dem anderen einen Film guckt. Zwei Geschäftsreisende, die sich über teure WLAN-Tarife in Hotels mokieren (ich bin also nicht der einzige Verärgerte) und dann losnerden: “Häufig haben die nur T-Online, manchmal können Sie sich sogar nur mit dem Explorer anmelden und dann wird gleich irgendwelches Active-X ausgeführt.”

Im Bord-Bistro: Neben den anpreisenden Lautsprecheransagen seit kurzem auch Kombi-Angebote wie im Fastfoodladen und Pizza. Da würde sich Teigfladen-Fundamentalist Werner Theurich wahrscheinlich entleiben.

mehdorn mayhem | wirrwarr26 Jun 2008

So heißt das Buch, das der Bahnreisende gegenüber vor mir liest. Bis die Schaffnerin kommt. Relevanter Dialogfetzen des sich entspannenden Gesprächs:

Eh, scheiße, ich habe eben meine Papiere aufgeräumt. Da habe ich die wahrscheinlich weggeschmissen.

Der Mann muss natürlich noch mal löhnen.

Sein Sitznachbar sieht sympathisch aus, aber mit seinem Headset mit hochgeklappten Mikro auch ein bisschen wie ein Marsmännchen.

Wir alle drei versuchen gelegentlich den Funklöchern auf der Strecke zu trotzen und zu telefonieren, außerdem werden Laptops auf und wieder zugeklappt. Jetzt versucht der Mann des achten Weges diesen im Schlaf zu erreichen.

german angst | leidkultur | mehdorn mayhem | now playing | politricks03 Jun 2008

Wenn ein Ruck durch unser Land geht, und man sitzt im ICE

Irgendwie muss ich bei der ganzen Eschede-Erinnnerungsgeschichte an diesen Song von Funny van Dannen denken. Irgendwie hatte ich die Zeile falsch zugeordnet – aus dem Lied, dass schon damals auf Melancholie macht, stammt Eschede nicht:

Das war in den Neunziger Jahren
Das war nicht irgendwann
Das war in dem Jahr als Jan Ullrich
Die Tour de France gewann

Aber Reformen wurden damals (damals! allein das Wort schon …) auch schon eingefordert, obwohls nicht einfach war. Noch mal Funny:

Mein Vater war schon SPD, ich bin’s natürlich auch
Wir sind halt für Gerechtigkeit, das ist bei uns so Brauch
Wir halten zu den Schwachen, denn wir spielen fair
Doch auch so nette Leute, haben’s manchmal furchtbar schwer

Notiz: Noch mal alles nachhören, in sentimentaler Stunde oder so. Aber besser als dauernd im Internet rumklicken und Zeit verdaddeln.

leidkultur | mehdorn mayhem | style02 Jun 2008

Eigentlich sollte es ja eine Reise ohne das “Nacht” im Namen sein, doch wegen Verzögerungen im Betriebsablauf … Aber erinnern wir uns lieber einfach mal an die postiitven Eindrücke:

Das türkische Dreikäsehoch, dass allen Mitreisenden erklärt, wie es selbst und seine Eltern mit Vornamen heißen, und in Igor (ca. 40, laut und mit klassischem Kaminer-Akzent sprechend) einen überaus interessierten Gesprächspartner findet.

Bier am Bahnhof Dortmund 1,20 € (0,5 l)

Die Teenies einer Duisburger Kampfsportgruppe, die offenbar von einem erfolgreichen Wettkampf zurückkommen und sich auf dem Bahnsteig mit eigentümlichen Bussi-Abklatsch-Handschüttel-Ritualen voneinander verabschieden.

Die jungen Polizistinnen, die in ihrem Auto Nachtwache schieben: Vom Monitor-Licht des Laptops angestrahlt, mit dem sie sich die Zeit vertreiben, sieht man ihr Lächeln.

denkmal | mehdorn mayhem09 May 2008

Freitagabend in der Bahn, offenbar angespannt Nerven. Zweimal erlebe ich, wie selbsternannte Kontrolleure Mitfahrer von Bahn-Comfort-Sitzen vertreiben wollen. Kommt selten vor – immer sind es Männer.

fotos | mehdorn mayhem | signs o' the times31 Jan 2008

Flirt mit Mehdorn

fotos | mehdorn mayhem | produktvielfalt | signs o' the times | style02 Jan 2008

Dachtet ihr auch immer: “Mönsch, was sind das denn für geile Warenautomaten, die Herr Mehdorn da auf seinen Bahnhöfen aufpflanzen lässt!”?

Es liegt wohl am Hersteller: www.geile.warenautomaten24.de. Schon allein die Firmen-Homepage überzeugt.

Geile Warenautomaten

Mein Favorit ist – wiederum wegen des Namens – aber der Konkurrent, der sogar in der Wikipedia erwähnt wird.

german angst | mehdorn mayhem09 Aug 2007

Die GDL ließ sich noch Zeit mit ihren Aktionen, es war nicht allzu voll in Mehdorns weißem Wurm, und der Typ gegenüber – Laptop, Anzug, halblange Haaren und mit einer irren Lache, aber nicht ganz unsympathisch – hatte eh schon begonnen, auf Englisch mit dem ausländischen Mitreisenden neben mir Konversation zu betreiben. Der trug einen Fusselbart mit Käppi, hatte vor sich eine Prayer-Schedule ausgebreitet.

Er stellte sich dann aber als ganz aufgeschlossen heraus, als auch ich mich ins Gespräch einschaltete und unter anderem meinen Spruch mit den vermutlich enttäuschten Touristen, die nach dem WM-Sommer mit völlig falschen Vorstellungen aus Deutschland abreisten, um beim nächsten Besuch fürchterlich enttäuscht zu werden. Er hatte in den USA studiert, kam ursprünglich aus Pakistan, verglich jetzt seine Reiseeindrücke Deutschland und England. Ein belangloses Gespräch, aber doch wichtig, wenn inzwischen bei Menschen mit Vollbärten und Schlabbergewänden tendenziell erst einmal ein unsympathischer Eindruck aufkommt.

mehdorn mayhem | style13 Jun 2007

Der Asiate im ICE-Sitz gegenüber- nach den Aufschriften auf seinem Gepäck zu urteilen ein Chinese – trugt sorgfältig über die sich lichtende Schädeldecke gekämmte Haare, Jacket und dazu eine etwas bolligere Anzughause. Vor allem aber: weiße Socken in Sandalen, die doch sonst als Privileg deutscher Männer gelten.

Schritt für Schritt nutzte er die morgendliche Zugfahrt dann aber zum Aufbretzeln. Mit zwei unterschiedlichen Nassrasierern schabte er sich unter souveränem Verzicht auf Wasser oder Schaum die Bartstoppeln aus dem Gesicht. Als ich das nächste Mal hinschaute, wurden gerade ordentliche Halbschuhe ausgepackt. Die Socken in den Sandalen waren bereits neu und schwarz, offenbar hat er auch hier einen Boxenstopp eingelegt. Zeit und Lust um durch ein Gespräch meine Neugierde zu befriedigen, hatte ich jetzt aber nicht.

fotos | großstadt | mehdorn mayhem05 Apr 2007

Um kurz vor zehn ist im neuen Prunkstück der Hauptstadt noch nicht wirklich viel los. Trotzdem innerhalb von fünf Minuten einige Attraktion:

Zwei Kängurus ohne Kopf werben für Australien. Die Konkurrenz hat sich in Röckchen und Indianer-Kopfputz geschmissen (was das mit Taiwan zu tun hat, kann ich nicht beurteilen), einer der Truppe humpelt auf Krücken heran. Auf einem riesigen Laptop wird gezeigt, was man alles mit Windows-Vista anfangen kann: Offenbar vor allelm Solitär spielen. Leider drücke ich zu spät auf den Auslöser – vielleicht haben die Hostessen vom Bedienungspersonal was gemerkt.

Betriebssystempräsentation im Bröckelbahnhof

“Wenn ick wüsste, wo det allet is, wär ick Taxifahrer”, bekommt ein Tourist zu hören, der sich beim Einsteigen beim Buschauffeur nach irgendetwas erkundigt. Det ist Barlin.

Den Willkommensgruss an Mehdorns Bröckelbude entdecke ich erst später, auf dem Rückweg, als ich in den entscheidenden Minuten versuche, möglichst schnell durch das Ausnutzen aller verfügbaren Aufzüge, Tunnel, Fuß- und Rolltreppen vom S-Bahnsteig auf der obersten Ebene zu einem unbekannten Gleis im UG 2 zu gelangen:

Bombardier – willkommen in Berlin.

Kann man auch als Imperativ verstehen.

mehdorn mayhem17 Mar 2007

Das Meckern über sowas wird zwar etwas langweilig, aber: Was bekommt die Bahn eigentlich dafür, wenn sie auch ihre Haltepunkte in “Signal Iduna Park” umbenennt?

(Um die Borussia muss es ja wohl ernst stehen, wenn sich jetzt schon die die lokalen Geschäftsleute in einer Plakataktion solidarisieren.)

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