Schlussmachen im Facebook-Zeitalter
Das Aus per SMS war gestern. Heute heißt es: “… hat seinen Beziehungsstatus aktualisiert.”
Schlussmachen im Facebook-Zeitalter
Das Aus per SMS war gestern. Heute heißt es: “… hat seinen Beziehungsstatus aktualisiert.”
Vermutlich gibt es von Obama auch das eine oder andere unvorteilhafte Bild, aber John McCain scheint wirklich ein Talent dafür zu haben, siehe Bildstrecke “Die Gesichtsakrobatik des John McCain”. Dabei erinnert der alte Mann manchmal verdammt an Freddie Frinton – den Butler James aus Dinner for One.
Frisurenhistorie: Sascha Lobo ohne Irokese
Mama, warum muss der Mann einen Hahnenkamm auf dem Kopf haben?
Sei ruhig, nur weil er für Punk zu jung und sogar noch später dran war als David Beckham, darf jeder trotzdem so herumlaufen, wie er möchte. Und über Frisuren anderer Leute macht man nur Witze, wenn man es sich leisten kann.
Falls jemand aber wie ich neugierig ist, welchen Style der Publizist früher pflegte: Autorenporträt bei Random House, mit Holm Friebe, Pony und Fast-Vollbart, eine Art Polizeifoto, Hamburg 2006, Spielerfoto des “Industriediamant FC” ohne Bart (die angegebenen Interessen: “Grenzen ausloten im aggressiven Mittelfeld”, “Diego Armando Maradona”, “Hildegard-Knef-Gedeck (Champagner, Wodka, Eis), “Elektrosex” deuten daraufhin, dass es sich tatsächlich um den Star der digitalen Boheme handeln könnte).
Es gibt sie noch, die guten Dinge (3)
In diesem Fall: markante Namen. Wie den von Erwin Ekelmann, wohnhaft im Bartgeierweg 22, den ich vor Jahrzehnten mal in einem Telefonbuch entdeckt hatte.
Warum ich jetzt darauf komme? In diesem Artikel klagt Frau Lara Doktor ihr Namensleid.
Ganz groß auch die Türsteher:
„Hast du kein Iron Maiden auf der Kutte?“
„Doch, hinten links.“
„Alles klar, geh rein“.
Häufig frage ich mich bei Harald Schmidt, ob er – wenn er witzig ist – auch für Menschen außerhalb des Medienbetriebs witzig ist. Schöne Beispiele aus seiner eintägigen Chefredakteurstätigkeit bei NDR Info:
Es war vielleicht schon ein bisschen zu speziell, zu insiderisch. Ich wünsche mir, dass wir diesen ganzen Crash emotional angehen. Dass ich sage: Oma Kasuppke – wie geht die um, wenn ihr die Zertikate wegbrechen. Das will ich einfach hören. Sozusagen die kleine Frau auf der Straße, wie ist die betroffen? Die hat irgendwie Gold gehortet, da will ich ran. Also irgendeinen Volontär raus, der den Leuten vor der Sparkasse auflauert, dass ich diese O-Töne habe, die mich emotional mitnehmen. Das ist das alles Entscheidende, dass wir emotional die Leute mitnehmen.
Digitale Bohème con Elterngeld
Gewungenermaßen seit drei Tage das Leben der digitalen Bohème gelebt. Und was immer Sascha Lobo sagt: Es ist schon blöd, als Dauerzustand das Büro dorthin zu verlegen, wo freies WLAN ist. Für Strom ist gesorgt, der Kaffee ist nicht schlecht, aber was tun muss, wenn man davon dann pinkeln muss? Einen der anderen Laptop-Männer ansprechen, ob er mal eben kurz darauf aufpassen kann? Beziehungsweise mal eben kurz schon wieder?
Merkwürdigerweise sind es nur Männer mit Rechnern im Haus 73 dieser Tage. Einer auch mit Kind. Vermutlich ein Elterngeldbezieher, der statt ans Spielplatzbanksitzen lieber an sich selber denkt – aber für ebenso wahrscheinlich halte ich es, dass das gar nicht seins ist und sich der Bohemien sein Geld als Tagesmutter verdienen muss.
Soundtrack-Empfehlung: King vom Prenzlauer Berg.

… wenn im Supermarkt hier im Biertrink-Viertel der Stadt die Weißweinregale geplündert sind und nur die höheren Preisklassen und die deutschen Erzeugnisse übrigbleiben.
Das kann aber auch bedeuten, dass vor dem Pfandautomaten jemand seine diversen Sammeltüten aus einem Einkaufstüten nach und nach entleert und den Inhalt manuell in diese Ingeldumwandlungsmaschine einführt.
Hinter ihm wartet auch noch ein Kollege der selben Zunft, zum Glück nur mit kleiner Karre und so freundlich, noch jemand vorzulassen, bevor er selber seine Ausbeute eintauscht. Die hinter den beiden seit geraumter Zeit entstandene Warteschlange hat für das Kleingewerbe in diesem Moment keine rechte Sympathie. Die Leute wollen nur ihre drei bis fünf eigenen Flaschen einschmeißen, während der Mann am Automaten mit der unvermeidlichen Fehlerquote des Flaschenscanners zu kämpfen hat.
Die einzige, die dann aber etwas laut wird, bringt nur eine Bierdose mit. Wie es scheint, muss sie diese aber schnell gegen Pfand umtauschen, um trotz knappen Budgets den Nachschub klar machen zu können. “Kann vielleicht vor? Ich habe nur das hier”, fragt sie. “Nee, tut mir leid, normal schon, aber nicht wenn ich schon seit Stunde hinter diesen professionellen Sammlern warte”, platzt es da aus dem Kunden am Ende der Schlange hervor. Er fängt sich aber wieder und kommentiert ihren nun ebenfalls verägerten Vorschlag “Dem müsst ihr eins auf die Fresse hauen” nur mit einem höflichen “Das hast du gesagt.”
(Eine Art Warteschlangengeschichte)
Offenbar reden sich Polizisten untereinander mit “Alter” an.